Menschenbild – Lerntheorie – Praxis

Menschenverständnis, Lerntheorie und Praxis

Grundlagen

Das Ziel der BeLife GmbH ist, Menschen zu unterstützen, damit ihr Leben gelingt.

BeLife steht in ihrer theologischen Ausrichtung der reformierten Tradition nahe. Als Zusammenfassung unserer Glaubensgrundlage dient das Apostolische Glaubensbekenntnis.

Wir glauben, dass die Bibel kein Handbuch für die Psychologie ist, sondern deren Grundlage.

Der Mensch

Wir sehen die Welt im Dreiklang von Schöpfung, Sündenfall und Erlösung. In diesem Kontext ist auch die Stellung des Menschen zu sehen.

Dieser ist eine unzerteilbare Einheit, die jedoch für wissenschaftliche Zwecke (Forschung und Lehre) in verschiedene Aspekte (Humanstrukturen) wie Körper, Psyche und Geist aufgeteilt werden kann. Diese sind jedoch völlig miteinander verflochten und finden im menschlichen Herzen ihre Einheit.

In der Praxis ist der Mensch somit immer als Ganzes zu sehen und in der Beratung sind alle Aspekte im Blick zu behalten und entsprechend, wo nötig, Fachspezialisten hinzuzuziehen, wie Mediziner, Psychiater etc.

Wir stimmen Dietrich und Wolff zu, wenn diese schreiben: Dietrich: „Zusammenfassend soll unter Seele der ganze Mensch in seiner Bedürftigkeit und Abhängigkeit gesehen werden. Sein Körper (gr. Soma), seine Gefühle und Gedanken bzw. seine Kognitionen und Emotionen (gr. Psyche) und seine Religiosität bzw. Spiritualität (gr. Pneuma) sind Teilaspekte der ganzen Seele. Sie können nur idealtypisch getrennt beschrieben werden, weil sie real in einem Interdependenzverhältnis stehen.“[1]

Und Wolff in seiner „Anthropologie des Alten Testaments“, wenn er schreibt, dass der Mensch als eine Einheit aufzufassen ist. Nach Gen 2,7 besteht der Mensch nicht aus Erde und Gottes Lebenshauch, sondern er ist eine lebende Seele. Er hat nicht eine Seele, sondern er ist eine Seele.[2]

Lernprozesse

Der Mensch steht in den verschiedenen Aspekten seines Menschseins in einem stetigen Entwicklungs- und Lernprozess.

Körperliche Aspekte

Hier geht es um den ausgewogenen Umgang mit dem eigenen Körper in Bereichen wie Schlaf, Ernährung und Bewegung.

Psychischer Aspekt

Seelsorge und Beratung bewirken auf der psychischen Ebene Lernprozesse, beispielsweise  Konditionierung, Lernen am Modell (Imitation) oder Einsicht (Umdenken).[3]

Geistlicher Aspekt

Auf der geistlichen Ebene sind mögliche Elemente: Gebet, Wunder, Entlastung von Schuld und Sünde vor Gott, die Lösung von Okkultismus.

Wie Dietrich festhält (Dietrich 2011, 142) setzt dieser Bereich der wissenschaftlichen Forschung bzw. der empirischen Verfügbarkeit enge Grenzen.

Schwerpunkte in unserer Praxis

In unserer Beratung betrachten wir mit dem Ratsuchenden seine Situation aus verschiedenen Perspektiven (historisch, familiär etc.) zu betrachten. Zumindest wird jede Situation unter drei Perspektiven betrachtet:  Der normativen, der situativen und der existenziellen. In der normativen Perspektive wird die Grenze zwischen Gut und Böse geklärt (Gebote). In der situativen Perspektive die Möglichkeiten der Umsetzung (Weisheit) und die existenzielle Perspektive ergibt sich aus dem, was der Ratsuchende davon auslebt.[4]

Fussnoten

[1]Michael Dietrich. Eine Einführung in die Allgemeine Psychotherapie und Seelsorge. Brockhaus: Witten, 20092. S. 136.

[2]Vgl.Hans Walter Wolff. Anthropologie des Alten Testaments. Güntersloher Verlagshaus: Güntersloh, 2010. S. 33.

[3]Michael Dietrich. Eine Einführung in die Allgemeine Psychotherapie und Seelsorge. Brockhaus: Witten, 20092. S. 132.

[4]Mehr dazu in: Thomas Schirrmacher. Führen in ethischer Verantwortung. Die drei Seiten jeder Entscheidung. Brunnenverlag: Giessen, 20082.